Arztpraxis Dr. med. Martina Bida Fachärztin für Innere Medizin
Arztpraxis Dr. med. Martina BidaFachärztin für Innere Medizin

 

Alles über Erkältungen und Grippe

 

 

Die Erkältung tritt meist mit Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit auf. Leichtes Fieber und Gelenkschmerzen können hinzukommen. Kleinkinder können bis zu 8 Erkältungen / Jahr  bekommen, die Anzahl der Infekte nimmt in der Pubertät etwas ab.

Bei Erwachsenen ist 4x / Jahr normal, der Kontakt mit den Viren lässt sich heute kaum  vermeiden

 

Mit grippalem Infekt oder Erkältung  bezeichnet man eine einfache Infektion der oberen Atemwege. Sie wird durch etwa 200 verschiedene Erreger, die durch Schmierinfektion, durch Hände oder durch Tröpfcheninfektion beim Niesen über die Luft übertragen werden, verursacht.

 

Die Erkältungs-Viren vermehren sich in den Schleimhäuten der oberen Atemwege.

Nasskaltes  Schmuddel Wetter, kalte Hände und Füße führen zur Beeinträchtigung der lokalen Immunabwehr des Nasen-Rachen-Raums und die Viren können sich ausbreiten.

 

Leichtes Spiel für die Erreger: wir hocken in den dunklen Monaten eng aufeinander, die Viren reisen auf Tröpfchen von einem Wirt zum anderen, oder werden durch direkten Kontakt übertragen,( Schmierinfektion )  

Das wintermüde Immunsystem hat oft keine Kraft, um die Feinde abzuwehren.

Fieber, das ist zunächst mal kein Grund zur Besorgnis. Ein Temperaturanstieg zeigt nur an, dass das Abwehrsystem den Kampf gegen die Vieren aufgenommen hat.

 

Eine Erkältung dauert mit Behandlung 7 Tage ohne Behandlung 1 Woche, das gilt auch heute noch so etwa.

 

 

Die 5 Stadien der Erkältung:

 

  1. Angesteckt, die Viren,   vermehren sich in der Nasenschleimhaut. Ingwertee trinken, es führt zur Reduktion der Viren
     
  2. Die Nase kribbelt, der Hals kratzt, dauert meisten 2 Tage , mit Salz gurgeln ( 1 / 2 l Wasser und 25 g Salz ), jede Stunde 1x, Salz vertreibt die Viren
     
  3. Verschnupft, die Augen tränen und die Nase läuft. Meist 2 Tage lang, Akupressur hilft : 5min zwischen den Augenbrauen drücken 5mal / Tag
     
  4. Nase schwillt zu. Stimme wird heiser, Dauer 1-2 Tage, ein Vollbad mit Eukalyptus kann helfen
     
  5. Fieber, Husten, Gliederschmerzen, der Körper will durch Hitze die Viren vernichten, dauert 2 Tage. Brustwickel. Ingwertee , Hühnerbrühe, alle Hausmittel helfen , wenn der Prozess nach 1 Tag nicht besser wird, muss evtl.  Arzt aufgesucht werden

 

Auch Heizung und Klimaanlage fördern grippale Infekte, weil die Luftfeuchtigkeit abnimmt und die Nasenschleimhaut austrocknet

 

 

Der beste Schutz ist, nicht anhusten lassen, keine  Hände, Türgriffe, Telefone oder Treppengeländer berühren, Viren können sich dort 48 h aufhalten.

 

  • Glücksgefühle stärken das Abwehrsystem.
  • Schongang einlegen, sanfte Aktivitäten ausführen
  • Wechselbäder der Arme machen
  • Essen Sie öfter scharf am Tag.
  • Hände mehrmals am Tag waschen, herkömmliche Seife reicht aus, mindestens 20 Sek.
  • Vitamin D3 und C zu sich nehmen, das stärkt das Immunsystem
  • Viel lüften, Raumluft feucht halten oder inhalieren

 

Mythos niesen: beim  Anniesen werden Millionen Tröpfchen des Nasensekrets verteilt und mit ihm die Vieren, aber das  berühren der Hände, Türgriffe  usw. ist dramatischer, oft Händewaschen hilft vor Ansteckung.

 

  • Viel schlafen, stärkt das Immunsystem, Ruhe einhalten
  • Immun kur mit Schüssler salzen kann helfen ( Nr. 3,6 und 7 )
  • Vermeiden von Klimaanlagen  ( trockene kalte Luft )
     

Soll ich Antibiotika nehmen??

 

  • Helfen nur bei bakteriellen Infekten, Erkältungen sind aber Viruserkrankungen
  • Antibiotika können aber  die Infektionszeit verkürzen, da sich oft bakterielle Infektionen aufpfropfe.
  • Jeder Infekt trainiert das Immunsystem

 

Pflanzliche Alternativen  für ein Antibiotikum

   

  1. Schwarzer Pfeffer
  2. Ringelblume
  3. Beifuß, auch fiebersenkend
  4. Salbei, auch gegen Durchfall
  5. Eukalyptus
  6. Sonnenhut
  7. Thymian
  8. Ingwer  

Sanfte SOS Maßnahmen:

 

Kratzen im Hals: natürliche Abwehrrektion des Körpers, Salbeitee trinken hilft die Vieren bei der Vermehrung zu hindern

 

Verstopfte Nase: ätherische Öle einatmen, z.B. Eukalyptus, wirkt schleimlösend, antibakteriell und antientzündlich, Nasenspülungen mit Salzwasser hilft auch, die Viruslast zu vermindern, das Salz bringt die Schleimhäute zum abschwellen,

 

Kopfschmerzen: Ingwer Tee trinken hilft, Pfefferminzöl auf die Schläfen hilft auch

Gliederschmerzen: in Ruhe abwarten, das geht vorbei, Aspirin einnehmen oder Weidenrinde

 

Ohrenschmerzen: das Ohr hat eine direkte Verbindung mit der Vieren-besiedelten Nase, die Schleimhäute schwellen an , dagegen hilft: Eisenhut ( Aconitum ) als Ohrentropfen, regt die Durchblutung an und  wärmt das Ohr

 

Husten:  wenn Viren in die tieferen Atemwege vordringen, lösen sie Reizhusten oder produktiven Husten aus, dagegen hilft viel trinken, um den Schleim zu verflüssigen und einen Schleimlöser einnehmen

 

Vorbeugung:

 

  • Die Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen verbessern durch aufstellen oder aufhängen von Luftbefeuchtern, die Räume gut lüften
     
  • Inhalieren von ätherischen Ölen (Pfefferminze, Menthol) fördert die Durchblutung der Nasenschleimhau
     
  • Warme Kleidung, dicke Strümpfe (Das alte Sprichwort: Kopf kühl und Füße warm macht den reichsten Doktor arm—gilt immer noch)  und trockene Schuhe sollten im Herbst / Winter selbstverständlich sein
     
  • Spaziergänge an der frischen Luft  und   wechselwarme Fußbäder sorgen für die nötige Abhärtung
     
  • Große Menschansammlungen sollte man vermeiden und auf Begrüßungsküsse verzichten
     
  • Viel Obst und Gemüse, auch als Säfte, sind wertvolle Vitaminspender auf, Alkohol und rauchen sollte man verzichten
     
  • Beim Husten und Niesen Mund und Nase bedecken
     
  • Gebrauchte Papiertaschentücher sofort wegwerfen
     
  • Infizierte Personen sollten sich regelmäßig die Hände waschen

 

Mit welchen Komplikationen  kann man rechnen??

 

Durch zusätzliche Infektionen durch Bakterien kann es zu Mittelohrentzündungen (besonders bei Kindern), Nasennebenhöhlenentzündungen, Kehlkopfentzündungen, Mandelentzündungen oder Lungenentzündungen kommen,  

 

Auch Heizung und Klimaanlage fördern grippale Infekte, weil die Luftfeuchtigkeit abnimmt und die Nasenschleimhaut austrocknet

 

 

 

Einfache Behandlungen  bei Erkältung:

 

Schwitzkur:

 Erkältungsbad mit ätherischen Ölen + trinken von heißem  Holunder-oder Lindenblüten Tee. Nach dem Bad gut und warm  eingepackt ins Bett und schwitzen. (es geht auch ein Fußbad)

 

Erkältungs-Tees

Lindenblüten . Holunderblüten , Kamillenblüten, Pfefferminz ( schweißtreibend, antibakteriell, schleimlösend )

 

Wickel:

Kartoffeln sind hervorragende Wärmespeicher, zur Behandlung von Muskelverspannungen und Halsschmerzen werden hauptsächlich feucht-heiße Kartoffelauflagen verwendet

 

Zwiebelsaft:

Die Zwiebel wirkt bakterienabtötend und verdauungsfördernd:

1 ganze Zwiebel feinhacken, mit Zucker vermischen , 1 /4 L Wasser dazugeben und mehrere Stunden warm stellen, dann durch ein Tuch den Sirup auspressen, tgl 1-2 Teel. verabreichen

 

Leinsamenkompressen:

Lassen das Nasensekret abfließen...1 1/2 Tassen Leinsamen mit 2 Tassen Wasser aufkochen, köcheln bis ein zäher Brei entsteht, je 1 Essl davon in ein Taschentuch geben , 2 Päckchen auf Kiefer –und Stirnhöhlen legen bis sie erkalten. Mehrmals wiederholen.

 

Rettich bei Heiserkeit:

500 g Rettich raspeln mit reichlich Honig vermischen, 3 Stunden ziehen lassen , Flüssigkeit abpressen und löffelweise einnehmen. Auch bei Husten geeignet.

 

Rezept für die Nacht bei Husten:

½ l dunkles Bier aufkochen, auf Trinktemperatur abkühlen, 4 Essl Honig  einrühren und zügig trinken.

 

 bei Halsschmerzen :

2 Teel Apfelessig mit 2 Teel Honig in ein Glas Wasser geben, damit gurgeln, den Rest trinken.

 

Bei Reizhusten  und rauem Hals  hilft:

Ammonium bromatum D6 3xtgl 5 Globuli  oder Salbeitee oder Salzwasser  zum Gurgeln..

Honig oder Lutschtabletten

 

Bei zähem Schleim:

Thymian : 1 Teel mit 0.25 ml kochendem Wasser aufbrühen , 5 min ziehen lassen, 3 Tassen

 

Bei Schnupfen:

haben sich Kopfdampfbäder bewährt: 1 Essl Salz auf 1 Liter Wasser, dazu Kamille oder ätherische Öle ( Pfefferminze ) Nicht zu heiß anwenden!

Ätherische Öle als Balsam oder in Salben  ( Menthol, Pfefferminze ) auf den Brustbereich einwirken lassen, die Öle entfalten ihre Wirkung bei Körpertemperatur und führen zum Abschwellen der Atemwege.

 

Bei Fieber :

Der Essigsocke: Wollsocken in 1 L warmes Wasser mit 1-2 Essl Essig tauchen, die Socken leicht auswringen  und bis über die Wade hochziehen , ein trockenes Paar drüberziehen. Nach 15 min ein neues Paar Essigsocken anziehen.

 

Akupressur bei Erkältung:

  • 4 Querfinger über dem höchsten Punkt des inneren Fuß-Knöchels   in Richtung Knie im Wechsel erst sanft, dann mittelstark drücken 3 min lang, mindestens 4x tgl. Drücken Sie mindestens 1 min lang
  • den Punkt zwischen den inneren Enden der Augenbrauen. Schläfen in größeren Kreisen massieren
  • Beide Nasenflügel streichen, dort wo sie angewachsen sind
  • Die ganze obere Brustpartie mit der flachen Hand kräftig reiben

 

Lachen ist Wintermedizin!!!!!!!!!

Der Körper produziert mehr Glückshormone, die natürliche Immun-power nimmt um 10- 15 % zu

 

 

Welche Medikamente verkürzen den Krankheitsverlauf??

 

Vitamin C tgl. mindestens 2 Gramm, diese Dosis kann nur durch Medikamente erreicht werden ( 2 Gramm entsprechen sonst 50 Stück Obst / Gemüse /Tag )
 

Zink: nicht mit Vitamin C oder anderen Medikamenten zusammen nehmen!

 

Echinacin:  die Wirkung ist umstritten
 

Umckaloabo / Afrikanische Geranie): Die Wirkung auf das Immunsystem konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden
 

Carotinoide in Tomaten sind für die Schleimhäute wichtig
 

Selen gilt als  Radikalfänger ( Giftfänger )

 

 

Erkältungsirrtümer

 

  1. Eine Erkältung wird durch Kälte ausgelöst
    Stimmt nicht ganz, aber bei niedrigen Temperaturen sinkt die Durchblutung der Nasenschleimhaut und die Vieren haben leichtes Spiel
     
  2. Sport stärkt jederzeit das Immunsystem
    Bei ein Infekt sollte Leistungssport  unterbleiben, denn den Körperbenötigt für die Abwehr der Vieren Ruhe. Ein Befall des Herzmuskels soll vorgebeugt werden .Mit dem Sport erst wieder anfangen wenn die Symptome vorbei sind
     
  3. Zink stoppt die Erkältung
    Das gilt nur, wenn Zink hochdosiert und innerhalb der ersten 24 Stunden eingenommen wird, dann verkürzt sich die Erkältungsdauer um einen Tag (Tagesdosis 75 mg )
     
  4. Schnäuzen oder hochziehen?
    Wenn man mit großem Druck schnaubt, kann Schleim  in die Nasennebenhöhlen oder die Tuba auditiva ( Verbindung zum Mittelohr )  gelangen und eine Mittelohrentzündung auslösen, deshalb entweder hochziehen oder mit leichtem Druck schnauben , jedes Mal das Taschentuch wechseln bzw. nur einmal benutzen

 

 

Die Virusgrippe = Influenza

 

Verläuft zunächst wie ein grippaler Infekt, jedoch schneller und meist mit Fieber und Schüttelfrost.

 

Wie lange ist man ansteckend?

Die Vieren vermehren sich 1-2 Tage unbemerkt im Körper in den Zellen der oberen Atemwege. Irgendwann ist die Zahl der Viren so groß, dass man die typischen Grippe-Symptome: Fieber, Gliederschmerzen, trockenen Husten und Abgeschlagenheit bemerkt. Ansteckungsgefahr besteht kurz vor dem Ausbruch der Symptome  

bis 1 Woche  danach.

 

Woran erkennt man eine „ echte „ Grippe?

Die Grippe beginnt aus völligem Wohlbefinden heraus mit Fieber bis 40 Grad, Muskelschmerzen, heftige Kopfschmerzen und Schüttelfrost, allgemeines Krankheitsgefühl, trockenem Husten und Appetitlosigkeit

 

Was kann ich bei Ansteckung tun??

Beim Auftreten der ersten Symptome sofort einen Arzt aufsuchen, moderne Grippe-Mittel wie z.B TAMIFLU stoppen die Virusvermehrung, wirken aber nur innerhalb der ersten 48 Stunden nach Krankheitsbeginn. Die Wirkung ist sehr schwach!

 

 

Grippeimpfung

 

Können auch Kinder geimpft werden??

Kinder können ab 6 Monate geimpft  werden, spezielle Kinder mit chronischen Krankheiten  oder Immundefekten sollen eine Impfung erhalten, Kinder bis zu 3 Jahren erhalten die Hälfte der Dosis. Neu auf dem Markt ist ein spezieller Grippeimpfstoff für Kinder

 

Wann soll geimpft werden?

In Deutschland im Herbst zwischen September und November  bis Januar, die Impfung ist aber auch noch zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll, auch vor einem  Reiseantritt in die Tropen, weil dort das Virus ganzjährig vorkommt

 

Wie funktioniert die Impfung?

Die gereinigten und abgetöteten Bestandteile der Viren setzen im Körper eine Immunantwort in Gang, das Abwehrsystem produziert Antikörper. Für gewöhnlich  werden innerhalb von 7-14 Tagen ausreichend schützende Antikörper-Konzentrationen im Blut  erreicht.

Kommt es zu einer Ansteckung greifen die Antikörper die Viren sofort an, die Krankheit bleibt aus.

 

Warum muss man sich jedes Jahr neu impfen lassen?

Die Grippe-Viren verändern sich laufend, was dazu führt, dass immer wieder neue Varianten entstehen. Die Impfstoffe müssen auf die aktuellen Varianten angepasst werden, d.h. jährlich

 

Können Schwangere geimpft werden?

Bei einem individuell erhöhten Erkrankungsrisiko kann ab dem 2.Drittel der Schwangerschaft geimpft werden

 

Können Patienten mit geschwächter Immunabwehr geimpft werden?

Gerade Patienten  mit chronischen Erkrankungen, mit Medikamenten die die Immunabwehr schwächen  ( Cortison ) , Krebspatienten und Transplantierte sollen vor Grippe geschützt werden .Die Wirksamkeit des Impfstoffes kann jedoch aufgrund des erkrankten Abwehrsystems eingeschränkt sein

 

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Schwellung und Rötung der Einstichstelle , Erhöhung der Temperatur und allgemeines Krankheitsgefühl. Diese Symptome sind in der Regel nur von kurzer Dauer

 

Kann eine Grippeschutzimpfung Influenza auslösen?

Nein !! Zur Herstellung des Impfstoffes werden nur Bruchstücke des abgetöteten Virus verwendet. Die „ Erkältungssymptome „ nach einer Impfung sind Zeichen dafür, dass der Körper sich mit den Viren auseinandersetzt, diese Symptome sind in der Regel nach 1-3 Tagen vorbei.

 

Warum werden bei Erkältungen kaum Antibiotika verschrieben ?

Antibiotika helfen nur gegen Bakterien, eine klassische Erkältung ist jedoch eine Virus-Infektion, jedoch können sich zusätzlich zu den Viren Bakterien aufpfropfen , das erkennt Ihr Arzt, der dann gezielt Antibiotika einsetzt.

 

 

 

Bei weiteren Fragen oder Beschwerden suchen Sie Ihren Arzt auf, dennoch sollten die Arztbesuche während einer Grippe Saison eingeschränkt werden

 

 

 

 

 

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© Martina Bida